Spanischer Wein: seit Jahrtausenden in aller Munde
Jan12

Spanischer Wein: seit Jahrtausenden in aller Munde

Spanien ist nicht nur der größte Weinproduzent auf der Welt, auch der Weinbau hat in Spanien eine sehr lange Tradition. Archäologen haben Trauben von wilden Weinen gefunden, die vermutlich mehrere zehntausend Jahre alt sind. Weinbau im Sinne von Anbau und Kultivierung, wie wir ihn heute kennen, gibt es dort seit beachtlichen 6.000 Jahren. Seinen bis heute andauernden Aufstieg begann der spanische Wein mit der Ankunft der Phönizier etwa um 1.100 v. Chr. im südlichen Spanien. Von diesen wurde das heutige Cadiz gegründet, welches sich zu einem Zentrum für den damaligen Weinbau entwickelte. Den Phöniziern folgten die Karthager, welche die Entwicklung des Weinbaus in Spanien weiter vorantrieben. Wobei der Begriff Karthager nicht ganz zutreffend ist, denn mit diesen waren zur damaligen Zeit ausschließlich die Einwohner der Stadt Karthago gemeint. Die den Phöniziern folgende Volksgruppe waren tatsächlich deren Nachfahren unter einem anderem politischem System. Etwa um 250 v. Chr. verschoben sich die Machtverhältnisse im Mittelmeerraum zu Gunsten des Römischen Reichs. Die Römer waren es auch, die spanischen Wein erstmals in größeren Mengen exportierten. Dies begann mit Lieferungen in das Kernland der Römer, wie durch Amphorenfunde belegt werden konnte und setzte sich fort, indem den römischen Legionären Wein als Proviant mitgegeben wurde. Auf diese Weise gelangte spanischer Wein in weite Teile Frankreichs und bis nach England. So weit der kleine Ausflug zum Ursprung der spanischen Weintradition. Spanischer Wein – Die wichtigsten Anbauregionen La Mancha Etwas südlich der Hauptstadt Madrid befindet sich die Region La Mancha, in der auch der durch den spanischen Dichterfürsten Servantes bekannte Don Quijote seine Auseinandersetzung mit den Windmühlen hatte. La Mancha ist nicht nur das größte, zusammenhängende Weinbaugebiet Spaniens sondern auch das Größte auf der Welt. Aus der Weinbauregion La Mancha kommt etwa die Hälfte des gesamten spanischen Weins, wobei spanischer Wein insgesamt etwa 50 Prozent der weltweiten Weinproduktion ausmacht. Doch nicht nur in Sachen Quantität kann spanischer Wein aus La Mancha punkten, auch die Qualität der Weine erfüllt internationale Standards, wie man sehr gut an den fast unzählbaren Prämierungen erkennen kann. Dies rührt daher, dass fast nirgendwo auf der Welt mehr Qualitätsreben angebaut werden. Auch das Umdenken der Winzer nach einer Krise in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts trug wesentlich zu der heute bekannten Qualität bei. Von allen großen Winzereien werden heute auf modernste Keltertechniken und eine durchdachte temperaturorientierte Gärung gesetzt. Zu den bekanntesten Rebsorten aus der Region La Mancha zählen Airén, Macabeo, Cencibel (Tempranillo), Garnacha und Moravia. Kein spanischer Wein aus dieser Region verlässt die Kellereien, ohne diverse, durch das strenge spanische Weingesetz vorgeschriebenen Kontrollen, durchlaufen zu haben. Extremadura – D.O. Ribera del Guadiana Über die Herkunft das Namens Extremadura gibt zwei unterschiedliche...

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Airén: Frisch, trocken und rustikal
Nov25

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Ursprünglich beheimatet ist der Airén in der spanischen Region La Mancha und Valdepeñas. Inzwischen hat er aber eine sehr große Verbreitung gefunden. Rein von der Anbaufläche her gesehen, ist der Airén die meist angebaute Rebsorte der Welt, die fast ausschließlich zur Weinerzeugung genutzt wird. Eine größere Fläche beansprucht nur noch die Sorte Sultana, welche aber überwiegend als Tafeltraube genutzt wird. Allerdings ist die Gesamtanbaufläche seit vielen Jahren rückläufig. Weitere Bezeichnungen für diese Traube sind: Lairén, Aidé in Andalusien sowie Valdepeñas oder auch Manchega in der Region La Mancha. Weiße Rebsorte Airén: Unempfindlich im Weinanbau Spanischer Weisswein der Sorte Airén zeichnet sich beim Anbau durch seine Anspruchslosigkeit und große Unempfindlichkeit gegenüber Dürre und Hitze aus. Sie ist aus diesem Grund geradezu ideal geeignet für ihre Anbauregion. Beim Anbau fällt sofort der große Abstand der Reben ins Auge. Beim Airén beträgt die Stockdichte nur 1.200 bis 1.600 Reben pro Hektar. Sehr wenig im Vergleich zu den üblichen 5.000 bis 10.000 Reben/Hektar. Die großen Pflanzabstände werden zum Teil aber dadurch ausgeglichen, da diese Rebsorte zwittrig ist und somit keine ertragslosen, männlichen Reben gepflanzt werden müssen. Spanischer Wein der Rebsorte Airén besitzt nur relativ wenige charakteristische Merkmale. Er zeichnet sich durch seinen hohen Alkoholgehalt und seine hellgelbe Farbe aus, sonst ist er ziemlich neutral. Spanischer Wein aus der Region La Mancha wird sehr häufig auch mit der französischen Rebsorte Ugni Blanc verglichen, mit der er gleich in mehreren Eigenschaften übereinstimmt. Der Wein wird sowohl für die Herstellung von Weissweinen, als auch zur Produktion von Rotweinen eingesetzt. Besonders in zentralspanischen Gebieten wird er überdurchschnittlich häufig mit dunklen Trauben, wie zum Beispiel dem Tempranillo verschnitten. Das Ergebnis ist ein hellroter, rustikaler Wein von minderer Qualität, der überwiegend als Grundwein für die spanische Weinbrandproduktion eingesetzt wird. Erst durch moderne Keltermethoden wurde der Airén zu Trinkweinen verarbeitet. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Temperatur mit welcher der Gärprozess gezielt beeinflusst werden kann. Das Ergebnis ist ein trockener, frischer, leicht bekömmlicher und schnell zu genießender Weisswein. Um Einfluss auf den Tanningehalt des Weins zu nehmen, gab es in jüngster Zeit auch Versuche, den Wein in Barriquefässern auszubauen. Trotz der deutlichen Verbesserungen in der Qualität zählt der Airén nicht zu den Spitzenweinen. Ein Airén passt sehr gut in warme Sommerabende, wobei man den Wein aus Spanien am Besten bei einer Temperatur zwischen 12 und 14° Celsius genießt. Der Weisswein passt am Besten zu Fischgerichten, Edelpilzkäse, Fisch oder aber auch zu einem deftigem...

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