Crémant: Kleiner Bruder des Champagners
Apr17

Crémant: Kleiner Bruder des Champagners

Als Crémant werden Schaumweine bezeichnet, die zum Champagner und zum Sekt abgegrenzt werden müssen. Wirkliche Kenner schmecken den Unterschied zum edlen Getränk aus der Champagne heraus, wer jedoch einen weniger geübten Gaumen hat, dürfte mit einem guten Crémant bestens bedient sein. Zumal dieses Getränk deutlich günstiger ist als der Champagner-Bruder. Ein geschichtlicher Exkurs Champagnergetränke sind deutlich älter als Crémantgetränke – Letztere gibt es unter der Bezeichnung erst seit dem 1. September 1994. Die Schaumweine werden außerhalb der französischen Champagne hergestellt und dürfen sich schon allein aus diesem Grund nicht „Champagner“ nennen. Angewendet wird aber die gleiche Methode, nämlich die „méthode champenoise“, die Gärung in der Flasche. Die moussierenden Getränke unterliegen einer strengen Herkunftskontrolle und müssen eine entsprechende Kennzeichnung tragen. Vor der gesetzlichen Regelung der Bezeichnung wurde als Crémant eine Champagnervariante bezeichnet, der nur mit 3,5 bar statt mit den üblichen 6 bar Überdruck gären konnte. Immer mehr Winzer verwendeten diesen Begriff außerhalb der Ursprungsregion und dort wurde zum 4. Juli 1975 auf den Crémant-Begriff gänzlich verzichtet. Die Kriterien für Crémant-Schaumweine wurden in der EG-VO Nr. 2332/92 festgelegt – eine neue Bezeichnung für den 3,5-bar-Champagner gibt es aber bis heute nicht. Video:Schaumwein, Sekt, Champagner und Prosecco – Die Weinexperten Einige Unterschiede zwischen Crémant und Champagnergetränken Wer herausfinden möchte, wo die Unterschiede zwischen Champagnergetränken und Crémant liegen, muss sich verschiedene Aspekte von Herkunft und Verarbeitung der Reben ansehen. Als Schampus darf nur der Schaumwein oder Sekt bezeichnet werden, der aus der französischen Champagne-Region stammt. Doch Frankreich ist ein Land der Weinbauern und der Herstellung von Sekt. Daher gibt es natürlich unzählige weitere Weinanbaugebiete, die edle Tropfen erzeugen. Als Crémant darf das Getränk bezeichnet werden, wenn es die zweite Gärung in der Flasche durchlebt, in der der Sekt auch in den Verkauf kommt. Das Verfahren der Flaschengärung ist daher die wichtigste Voraussetzung zur Namensgebung. Zur Herkunft: Crémant-Schaumweine kommen vorwiegend aus dem Elsass, aus dem Burgund sowie aus der Region rund um die Loire. Böden und Klima sind hier allerdings anders als in der Champagne, was Kenner von Wein und Sekt im Geschmack erkennen können. Auch die Rebsorten, die für die Herstellung verwendet werden, sind anders. Für Schampus werden vorrangig Pinot Noir, Meunier und Chardonnay verwendet. Für Crémant-Weine hingegen werden andere Rebsorten eingesetzt. Kommt das Getränk aus der Region rund um die Loire, so findet sich häufig Chenin Blanc, im Elsass hingegen werden vorrangig Riesling, Pinot Blanc und Pinot Gris eingesetzt. Dazu kommen viele weitere Rebsorten, wobei diese immer weiß („Blanc“) sind, wenn das Getränk aus dem Elsass kommt. Natürlich unterscheiden sich die Getränke auch preislich. Ein guter Champagner-Sekt kann bis zu 150 Euro pro Flasche kosten, wohingegen ein teurer Crémant-Schaumwein meist zwischen...

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Champagner aus Frankreich: Exklusiver Schaumwein mit langer Geschichte
Apr10

Champagner aus Frankreich: Exklusiver Schaumwein mit langer Geschichte

Champagner aus Frankreich zählt zu den exklusivsten Getränken auf der Welt. Der Grund liegt unter anderem darin, dass das Anbaugebiet und die Rebsorten, die verwendet werden dürfen, stark reglementiert sind und auch die Bezeichnung Champagner juristisch geschützt ist. Aber auch unter den verschiedenen Champagnern aus Frankreich gibt es Unterschiede. Wir haben die Übersicht. Champagner aus Frankreich – nicht jeder darf sich so nennen Nur in dem sogenannten Anbaugebiet der Champagne dürfen die Grundweine für den edlen Schaumwein angebaut werden. Das genaue Gebiet wurde dabei bereits im Jahr 1927 klar bezeichnet und ist nicht mit der Region Champagne-Ardenne zu verwechseln, da noch weitere Teilregionen dazu gehören. Insgesamt reicht das Anbaugebiet für den Champagner aus Frankreich sogar über fünf Départements: Marne Aisne Aube Haute-Marne Seine-et-Marne Wurde in den letzten Jahren das Anbaugebiet für Champagner reglementiert, da die Verkäufe rückläufig waren, setzt nun wieder eine entgegengesetzte Entwicklung ein: Aufgrund der aktuell wieder steigenden Nachfrage nach Champagner aus Frankreich, wird ab diesem Jahr das Anbaugebiet um die Region Soissons ausgeweitet. Somit können mehr Trauben geerntet und daraus mehr Champagner hergestellt werden. Champagner aus Frankreich und seine Rebsorten Für die Herstellung von Champagner werden in den meisten Fällen lediglich drei Rebsorten verwendet, die auch über die Champagner-Produktion hinaus einen ausgezeichneten Ruf besitzen. Im Einzelnen sind das: Chardonnay, der dem Champagner durch seinen vollen Körper, den einzigartigen Geschmack verleiht. Auch über die Champagner-Produktion hinaus ist der Chardonnay als Traube für Weisswein sehr beliebt, zählt sogar zu den beliebtesten Trauben auf der ganzen Welt. Das geht sogar so weit, dass Jahr für Jahr die Fläche für den Anbau zunimmt. Pinot Meunier: Pinot Meunier ist auch unter dem Namen Schwarzriesling bekannt, und zählt neben dem Chardonnay und Pinot Noir zu den Grundweinen des Champagners. Pinot Meunier zählt botanisch gesehen zu den roten Rebsorten und teilt nur das Erscheinungsbild mit der beliebten Weißwein-Rebsorte Riesling. Der Pinot Meunier, der für den Champagner verwendet wird, wird in Frankreich hauptsächlich im Tal der Marne angebaut. Pinot Noir: Auch bei dem Pinot Noir handelt es sich um eine erstklassige Rebsorte, die sich entsprechend wunderbar als weiterer Grundwein für Champagner eignet. Pinot Noir ist ursprünglich eine Rebe für Rotwein, um diese Sorte jedoch auch für den Champagner in Frankreich verwenden zu können, werden die Trauben lediglich gepresst, die Maische jedoch nicht verwendet. So erhält man den klaren, weißen Wein, dessen Farbe sich auch im Champagner widerspiegelt. Daneben sind offiziell auch eine Rebsorten für die Herstellung zugelassen, die jedoch kaum noch zum Einsatz kommen, dazu gehören folgende: Petit Meslier Pinot-Blanc Pinot Gris Urbane Champagner aus Frankreich: Die Entstehungsgeschichte Champagner ist zwar auf der ganzen Welt bekannt, hat aber seinen Ausgangspunkt in Frankreich. Der Überlieferung...

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Chateau Grillet: Viognier-Wein aus Frankreich sollte man kaufen
Jun08

Chateau Grillet: Viognier-Wein aus Frankreich sollte man kaufen

Wenige Kilometer südlich von Lyon wird die bzw. der Rhone vom Massiv du Pilat eingehegt, das für einige Streckenkilometer zu beeindruckenden Weinbergen in Steillagen und Terassen führt. Man darf bei der Vorbeifahrt den Blick nur ganz kurz heben, sonst ist man schon vorbei am Chateau-Grillet, der kleinsten Appellation Frankreichs, die 3,6 ha groß ist, soviel wie etwa fünf Fußballfelder. An eine von den rund 10000 Flaschen Viognier-Wein war schwierig heranzukommen. Nach einem Eigentümerwechsel, mit – wie Hugh Johnson weiß – noch höheren Preisen, dürften sich die Chancen einen Chateau-Grillet zu erwerben, für einen Weinfreund mit normalem Einkommen, gegen Null bewegen. Chateau Grillet, Condrieu und seine Verwandten Zum Glück gibt es für die Befriedigung der Neugier auf einen Viognier von Format, das kleine Dörfchen Condrieu, mit eigener Appellation. Vom gleichen Hang stammend, mit gleichem Boden, unter den gleichen klimatischen Verhältnissen reifend, müsste der Condrieu mit seinem überteuerten Verwandten Chateau-Grillet zumindest eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Ganz billig ist der Condrieu allerdings auch nicht. Zwischen 30 und 130 € müssen schon angelegt werden. Hugh Johnson über den Condrieu Dafür bekommt man allerdings einen blumigen Weißwein, „mit kraftvollem Spiel mineralischer bis moschusartiger Aromen von Aprikose und Pfirsich“, wie Hugh Johnson schreibt. Johnson meint, dass diese Viogniers „wie kaum ein anderer Weißer zu Spargel und Räucherlachs“ passen. Jedoch mundeten Fischgerichte und bestimmte Käsesorten mit dem Condrieu ausgezeichnet. Den Kellner sollte man um Überraschungen zu vermeiden, vor der Bestellung unbedingt fragen – sofern er das Thema nicht von selbst anspricht – ob es sich um einen trockenen oder halbtrockenen Wein handelt. Es empfiehlt sich, zunächst nach den trockenen Viogniers zu greifen, denn eine zu kräftigen Säure braucht man an der Rhone in der Regel nicht zu befürchten, der Eigengeschmack der Speisen wird durch einen trockenen Wein allerdings stärker hervorgehoben. Der Viognier geht um die Welt… Wie beim Cabernet Sauvignon und Merlot finden erfolgreiche Weine rasch ihre Nachahmer, die vielleicht weniger die Rebsorte schätzen, als den wirtschaftlichen Erfolg. So wird der Viognier inzwischen praktisch rund um die Welt angebaut. Ein kalifornischer Winzer wirbt etwa mit seinen knorrigen Rebstöcken (Gnearly Head, Delicato) die Jahrzehnte alt sind. In diesem Sonnenland stehen gut 1200 ha unter Viognier-Reben, und fast ist es einfacher – und zumeist preiswerter – einen Viognier aus Frankreich zu erwerben. Bei der Vielzahl von US-Winzern, die sich auf das Vorbild „Chateau-Grillet“ berufen, wird verständlich, dass dies einzig und allein mit der Absicht verfolgt wird, einen höheren Preis zu erzielen. Die Berühmtheit und Hochpreisigkeit von Chateau-Grillet – und inzwischen auch des Condrieu – war auch der Anlass für Weinbauversuche in Südfrankreich, sowohl an der südlichen Rhone als auch im Midi. In der Mitte der 80-er Jahre, brach...

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