Weißwein genießen: Die wichtigsten Rebsorten und Aromen

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Welche Rebsorten kommen in den Weißwein? Wer puren Genuss liebt, wird nicht nur auf die Weinanbaugebiete achten, aus denen der Weißwein stammt. Auch die Rebsorten spielen eine Rolle.

Weißwein genießen: Die wichtigsten Rebsorten im Überblick

Natürlich können an dieser Stelle nicht alle Weißweine und alle Rebsorten genannt werden. Doch sowohl beim Winzer vor Ort als auch online finden sich immer wieder ähnliche Sorten, die einen klassischen oder modernen Weißwein zu dem herrlichen Genussmittel machen, der er ist.

Die wichtigsten Weißweine im Überblick

  • Airen

    Die häufigste Rebsorte aus Spanien, die heute für neutrale bis fruchtige Weine verwendet wird.

  • Aligote

    Weinanbaugebiete für die Aligote sind unter anderem Frankreich, Rumänien und Bulgarien. Aligote ist inzwischen fast vollständig von Chardonnay verdrängt.

  • Bacchus

    Die Sorte wurde aus Müller-Thurgau und Silvaner Riesling gekreuzt, sie gilt als unkompliziert und ergibt sehr süffige Weine.

  • Chardonnay

    Ursprüngliche Weinanbaugebiete lagen im Burgund in Frankreich, heute ist Chardonnay überall auf der Welt verbreitert. Vor allem in Kalifornien wird die Rebsorte angebaut. Sie ergibt nussige und angenehme Weine, außerdem ist sie zu rund 70 Prozent in Champagner vertreten.

  • Gewürztraminer

    Die Sorte gilt als hochwertig, wird aber nur noch selten angebaut. Sie stammt aus Südtirol und weist einen niedrigen Säuregehalt auf.

  • Grauburgunder

    Der Graue Burgunder stammt aus den Weinanbaugebieten in Deutschland, Österreich und Norditalien, neuerdings wird sie auch in Amerika angebaut. Die Weine sind gehaltvoll, aber einfach.

    Der Graue Burgunder stammt aus den Weinanbaugebieten in Deutschland, Österreich und Norditalien, neuerdings wird sie auch in Amerika angebaut. ( Foto: Shutterstock- lithian)

    Der Graue Burgunder stammt aus den Weinanbaugebieten in Deutschland, Österreich und Norditalien, neuerdings wird sie auch in Amerika angebaut. ( Foto: Shutterstock- lithian)

  • Grüner Veltliner

    Die junge Sorte aus Österreich ergibt leichte und spritzige Weine, sie wird zum Smaragd veredelt und ist dann langlebiger als Riesling.

  • Müller-Thurgau

    Wer einen feinen Genuss zum Essen sucht, ist mit dem Müller-Thurgau gut beraten. Die Kreuzung aus Riesling und Chasselas gibt es bereits seit 1882. Die weißen Weine schmecken einfach, duftig und bringen eine leichte Muskatnote mit. Für Tischweine verwendet, ergibt Müller-Thurgau den bekannten Weißwein Rivaner.

  • Muskateller

    Weinanbaugebiete für die alte und sehr aromatische Sorte Muskateller liegen heute in Frankreich und Spanien. Wer einen klassischen Wein zum Essen trinken möchte, ist mit dem Muskateller gut beraten.

  • Prosecco

    Der Prosecco war als Aperitif vor einiger Zeit in aller Munde und das sogar wortwörtlich. Die Rebsorte stammt aus Venetien und reift sehr spät. Die Weine sind spritzig und frisch-fruchtig.

    Ein leckeres Gericht, liebe Gesellschaft und einen wohlschmeckenden Wein, besser geht es nicht. ( Foto: Shutterstock- Drazen Zigic )

    Ein leckeres Gericht, liebe Gesellschaft und einen wohlschmeckenden Wein, besser geht es nicht. ( Foto: Shutterstock- Drazen Zigic )

  • Riesling

    Ein klassischer Wein zum Essen? Dann ist der Riesling eine gute Wahl. Er stammt aus Deutschland und dem Elsass, wird aber auch in Österreich und Russland, in Kalifornien und Australien angebaut. Bereits im 15. Jahrhundert war Riesling im Moselgebiet verbreitet. Die Weißweine sind langlebig, extraktreich und besitzen eine betonte Säure.

  • Sauvignon

    Die Sorte ist weltweit verbreitet und kann früh gelesen werden. Je nach Anbaugebiet ergeben sich verschiedene Aromen nach Beeren oder Schotenfrüchten. Die Weine sind schwer und besitzen einen hohen Alkoholgehalt von mindestens 13 Vol.-%.

  • Silvaner

    Silvaner kommt als autochthone Rebe in Deutschland vor, meist werden schlichte, wenig eindrucksvolle Weine daraus hergestellt. Wird Silvaner nicht als Massenträger gelesen, ergeben sich zarte, fruchtige und teilweise erdige Weine, die auch in Österreich hergestellt werden.

  • Weißer Burgunder

    Viel Eigencharakter und ein würziges Bouquet soll der Weißwein zum Essen haben? Ein Genuss dürfte dann der Weiße Burgunder sein, der als Mutation des Pinot Noir gilt. Der Weißburgunder wird auch unter dem Namen Clevner angeboten.

Diese Rebsorten stellen nur eine Auswahl der über 100 Sorten dar, die für Weißweine verwendet werden. Sie alle unterscheiden sich in den Aromen und bieten dem Kenner dementsprechend einen Genuss, der sich schon bei einer ersten Weinverkostung offenbart.

Mit Freunden kochen, gemeinsam das Essen kosten und dazu einen leckeren Weißwein. (Foto: Shutterstock-Jack Frog)

Mit Freunden kochen, gemeinsam das Essen kosten und dazu einen leckeren Weißwein. (Foto: Shutterstock-Jack Frog)

Aromen im Weißwein

Auch wenn sich vieles online lernen lässt: Der Genuss eines guten Weißweins muss real erlebt werden! Dennoch finden sich online viele Hinweise auf die richtige Weinverkostung, auf die Verwendung der passenden Gläser und darauf, wie sich Weißwein richtig temperieren lässt. Um einen echten Genuss zu erreichen, kommt es zudem darauf an, die Aromen im Weißwein zu erkennen und bestenfalls sogar beschreiben zu können.

Aromen herausfinden leicht gemacht

Wein lässt sich nicht einfach trinken und beschreiben. Es erfordert vielmehr ein gewisses Können, um einen Weiß- oder Rotwein beschreiben zu können. Vor allem die weißen Trauben bieten sehr viele Geschmacksrichtungen, wobei auch erdige Aromen oder der Geschmack nach Brennnesseln eine Rolle spielen. Für Laien ist es aber ausreichend, die wichtigsten Aromen zu kennen und benennen zu können.

Anhand dieser lässt sich ein Wein charakterisieren. Was sich dabei erstaunlich selten findet, ist das Aroma nach Weintrauben. Laien nehmen häufig an, sie würden Wein trinken und Trauben schmecken, doch durch die alkoholische Gärung verfliegt dieser typische Geschmack recht schnell. Chemische Prozesse sorgen bei der Gärung dafür, dass sich andere Aromen ausbilden. Ein Beispiel dafür ist der Riesling.

Riesling schmeckt nach Apfel und Aprikose, weiß zumindest das Lehrbuch. Doch auch Grapefruit, Ananas oder Mango kann vorkommen, manche Rieslinge duften wie eine Blumenwiese, andere erinnern an Malz und Pistazie.

Video: Rot- vs Weißwein: Erschmeckt man mit verbundenen Augen den Unterschied? | SAT.1 Frühstücksfernsehen

Sehr verbreitete Aromen sind zum Beispiel:

  • verschiedene Sorten von Kernobst
  • Kräuter und Gras
  • Erde und Stroh
  • verschiedene Gewürze
  • Minze und Eisbonbon
  • Blonder Tabak

Aromenvielfalt entwickeln lassen

Die meisten Laien schmecken zuerst nur wenige Aromen heraus. Nach und nach wird der Gaumen erfahrener und es werden mehr Aromen deutlich. Wichtig ist, sich selbst ein Erkennen gewisser Aromen zuzugestehen, auch wenn diese manchmal sehr ungewöhnlich sind. Manche weißen Weine erinnern ein wenig an Katzenurin. Auch wenn das sehr unappetitlich klingt, haben Experten dies doch bestätigt.

Grund dafür ist die alkoholische Gärung ,bei deren Fortschreiten sich ein Aroma von eher fruchtig zu deutlich weniger angenehm verändern kann. Die ersten Assoziationen sind meist die richtigen und zur Beschreibung eines Weins sollte nicht zwingend versucht werden, ein Aroma möglichst freundlich und mit netten Worten zu beschreiben.

Sehr spannend ist zudem, dass junge Weine ganz anders schmecken als die gleiche Rebsorte mit längerer Lagerung. Auch durch den Erntezeitpunkt können sich die Aromen verändern. Eher einfache, ausdruckslose Weine werden dank späterer Lese der Trauben zu eindrucksvollen, kräftigen Weinen mit Charakter.

Es lohnt sich daher, Weine verschiedenen Alters zu probieren und so herauszufinden, wann welche Rebsorte am besten mundet. Tipp: Mehr als 40 Weinaromen zu schmecken und zu riechen, wie es teilweise bei Beschreibungen zu lesen ist, gehört eher in den Bereich der Märchen.

Über den Autor

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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