Beurteilung von Monosacchariden: Definition und Erklärung

Die Rolle von Monosacchariden ist umstritten. Zum einen gelten sie als schneller Energielieferant, zum anderen als Auslöser für Diabetes. Um eine Beurteilung von Monosacchariden vornehmen zu können, ist es wichtig, ihre Bedeutung für die Ernährung genau zu analysieren.

Monosaccharide: Was ist das überhaupt?

Für die Beurteilung von Monosacchariden ist es wichtig, zu erklären, was überhaupt hinter diesem Begriff steckt. Hierbei handelt es sich um einen wissenschaftlichen Ausdruck, der vielen Menschen nicht geläufig ist. Seine Übersetzung bedeutet Einfachzucker. Dabei handelt es sich um bestimmte Zuckerarten, die besonders einfach aufgebaut sind. Beispiele, die in natürlichen Lebensmitteln besonders häufig vorkommen, sind Glukose und Fruktose. Der erste dieser beiden Stoffe wird umgangssprachlich als Traubenzucker bezeichnet.

Hierbei handelt es sich um das am häufigsten in natürlichen Lebensmitteln vorkommende Monosaccharid. Außerdem hat es für den Stoffwechsel eine sehr wichtige Funktion. Wie die Bezeichnung Traubenzucker bereits vermuten lässt, ist insbesondere in Trauben der Glukose-Anteil sehr hoch. Doch auch viele andere Obstsorten haben einen hohen Gehalt an Glukose. Fruktose – auch als Fruchtzucker bezeichnet – kommt ebenfalls in vielen Lebensmitteln vor. Neben den Trauben, die neben viel Glukose auch beträchtliche Mengen an Fruktose enthalten, zeichnen sich insbesondere Äpfel und Birnen durch einen hohen Fruktose-Anteil aus.

Video: Zuckerchemie – Die Monosaccharide

Beurteilung von Monosacchariden: Welche Arten gibt es?

Im vorherigen Abschnitt wurden bereits zwei verschiedene Monosaccharid-Typen vorgestellt. Es gibt jedoch noch sehr viele weitere Arten. Bei der Beurteilung von Monosacchariden spielt es eine wichtige Rolle, um welchen Typ es sich dabei handelt, da diese sehr unterschiedliche Eigenschaften haben. Alle Monosaccharide treten in Kettenform auf. Das zentrale Bestandteil ist eine Kohlenstoffkette. Das erste Unterscheidungskriterium besteht in der Länge dieser Kette. Das führt zur Einteilung in Diosen, Triosen, Tetrosen, Pentosen und Hexosen. Diese enthalten zwei, drei, vier, fünf beziehungsweise sechs Kohlenstoff-Atome. Es gibt sogar Monosaccharide, bei denen die Kohlenstoffkette noch länger ist. Diese spielen jedoch in der Natur nur eine untergeordnete Rolle.

Viele kurzkettige Monosaccharide kommen in der Natur zwar vor, allerdings vorwiegend als Stoffwechselprodukte im menschlichen oder tierischen Organismus. Das bedeutet, dass deren Aufnahme über die Nahrungsmittel nur eine untergeordnete Rolle spielen. Für die Ernährung sind insbesondere die Hexosen von Bedeutung – also Monosaccharide, die aus einer Kette aus sechs Kohlenstoffatomen aufgebaut sind. Die beiden bisher vorgestellten Typen – Glukose und Fruktose – fallen in diesen Bereich. Das zeigt bereits, dass es innerhalb der einzelnen Gruppen noch weitere Unterscheidungen gibt – je nachdem, welche weiteren Atome mit der Kohlenstoffkette verknüpft sind. Das führt zu einer enormen Anzahl an verschiedenen Monosacchariden. Die meisten davon spielen jedoch für die Ernährung kaum eine Rolle. Manche von ihnen kommen in der Natur überhaupt nicht vor und können nur im Labor erzeugt werden.

Weitere Einfachzucker, die in vielen Lebensmitteln vorkommen, sind Galactose und Mannose. Für die Galactose ist der umgangssprachliche Name Schleimzucker bekannt. Das liegt daran, dass sie häufig in den Schleimhäuten vorkommt. Die Mannose hat hingegen keine umgangssprachliche Bezeichnung. Die Bekanntheit dieser beiden Zuckerarten ist deutlich geringer als bei Frucht- und Traubenzucker. Das liegt daran, dass sie in reiner Form kaum in Lebensmitteln vorkommen. Sie treten im Rahmen einer Verknüpfung mit anderen Monosacchariden auf, die erst beim Verdauungsprozess aufgespalten wird. Beide Arten zählen ebenfalls zu den Hexosen.

Der Haushaltszucker zählt beispielsweise in diesen Bereich. Disaccharide bestehen stets aus zwei Monosacchariden.

Der Haushaltszucker zählt beispielsweise in diesen Bereich. Disaccharide bestehen stets aus zwei Monosacchariden.(#01)

Monosaccharide, Disaccharide und Polysaccharide

Monosaccharide kommen in ihrer reinen Form zwar in einigen Lebensmitteln vor. Noch häufiger treten sie jedoch als Verknüpfung mehrerer Einfachzucker auf. Diese Stoffe werden allgemein als Saccharide oder auf Deutsch als Kohlenhydrate bezeichnet. Kohlenhydrate stellen die wichtigste Energiequelle für den Menschen dar und sind für die Ernährung unverzichtbar. Monosaccharide stellen den Grundbaustein aller Saccharide dar. Um eine Beurteilung von Monosacchariden vornehmen zu können, ist es wichtig, diese mit anderen Kohlenhydraten zu vergleichen.

Von großer Bedeutung sind die Disaccharide. Der Haushaltszucker zählt beispielsweise in diesen Bereich. Disaccharide bestehen stets aus zwei Monosacchariden. Beim Haushaltszucker – wissenschaftlich als Saccharose bezeichnet – handelt es sich dabei um Glucose und Fructose. Doch gibt es darüber hinaus noch viele weitere Möglichkeiten. Neben dem Haushaltszucker kommt beispielsweise in vielen Lebensmitteln Milchzucker vor, der auch unter der Bezeichnung Laktose bekannt ist. Dieser besteht aus Galactose und Glukose. Die Maltose – auch als Malzzucker bekannt – spielt ebenfalls eine wichtige Rolle für die Ernährung. Maltose entsteht beim Mälzen von Getreide und ist daher in relativ großer Menge in Bier enthalten. Doch auch Kartoffeln, Pasta und andere Lebensmittel enthalten diesen Stoff. Maltose besteht aus zwei Glukose-Bausteinen.

Sehr häufig treten Kohlenhydrate in Kettenform auf. Das bedeutet, dass es sich hierbei um eine Verknüpfung sehr vieler Monosaccharide handelt, deren genaue Anzahl nicht genau festgelegt ist. Diese Kohlenhydrate in Kettenform werden als Polysaccharide oder als Stärke bezeichnet. Sie sind insbesondere in Getreide und Kartoffeln enthalten und stellen die wichtigste Grundlage der Ernährung dar.

Daraus geht hervor, dass eine mäßige Aufnahme an Monosacchariden positiv ist. Wenn man zu viel davon isst, kommt es jedoch zu einer vermehrten Fettbildung. Das kann schnell zu Fettleibigkeit führen.

Daraus geht hervor, dass eine mäßige Aufnahme an Monosacchariden positiv ist. Wenn man zu viel davon isst, kommt es jedoch zu einer vermehrten Fettbildung. Das kann schnell zu Fettleibigkeit führen.(#02)

Welche Rolle spielen Monosaccharide in der Ernährung?

Für eine Beurteilung von Monosacchariden ist es wichtig, deren Rolle für die Ernährung zu betrachten. Diese Nährstoffe zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr leicht verdaulich sind. Glukose wird sogar direkt ohne jeglichen Stoffwechselprozess aufgenommen. Für die meisten übrigen Monosaccharide ist zwar ein kurzer Stoffwechselprozess in der Leber notwendig, doch steht die Energie ebenfalls sehr schnell zur Verfügung. Das führt dazu, dass der Blutzuckerspiegel in der Regel schnell ansteigt und innerhalb kürzester Zeit viel Energie zur Verfügung steht.

Dieser Prozess ist manchmal erwünscht – beispielsweise wenn nach einer intensiven sportlichen Betätigung ohne Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel sehr gering ist. In diesem Fall kann Traubenzucker oder ein anderes Monosaccharid schnell neue Energie spenden.

Bei der Bewertung von Monosacchariden ist jedoch der Verzehr in normalen Situationen von größerer Bedeutung. Wenn eine Person, deren Blutzuckerspiegel im gewünschten Bereich liegt, viel Einfachzucker zu sich nimmt, kommt es zu einem schnellen Anstieg. Daraufhin schüttet der Körper Insulin aus, um den Zucker zu verwerten. Dieses Hormon führt zu einer verstärkten Aufnahme der Monosaccharide. Das bewirkt zum einen eine vermehrte Glycogenproduktion. Dabei handelt es sich um einen guten Energiespeicher, der für den menschlichen Körper nützlich ist. Probleme treten jedoch auf, wenn der Blutzuckerspiegel so hoch ist, dass die Leber nicht alle Monosaccharide in Glycogen umwandeln kann. In diesem Fall kommt es zur Fettproduktion.

Daraus geht hervor, dass eine mäßige Aufnahme an Monosacchariden positiv ist. Wenn man zu viel davon isst, kommt es jedoch zu einer vermehrten Fettbildung. Das kann schnell zu Fettleibigkeit führen. Außerdem bleibt das Insulin im Körper vorhanden, selbst wenn die schnell verdaulichen Monosaccharide bereits abgebaut sind. Das hat zur Folge, dass der Körper nach mehr Einfachzucker verlangt. Das kann zu Heißhunger führen und die Gewichtszunahme daher zusätzlich beschleunigen. Außerdem kann ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel die Krankheit Diabetes mellitus hervorrufen.

Es gibt viele Produkte die als Ersatz für Haushaltszucker genommen werden müssen.(#03)

Es gibt viele Produkte die als Ersatz für Haushaltszucker genommen werden müssen.(#03)

Sorbit: Alternatives Süßmittel zu den Monosacchariden

Sorbit ist ein Stoff, der den Monosacchariden recht ähnlich ist. Dieser schmeckt zwar süß, doch ist dessen Verstoffwechslung unabhängig vom Hormon Insulin. Das bedeutet, dass Sorbit auch für Diabetiker, bei denen die Insulinproduktion beeinträchtigt ist, geeignet ist. Daher stellt es eine gute Alternative zu Monosacchariden dar.

Allergie und Intoleranz: Probleme mit Monosacchariden

Bei der Beurteilung von Monosacchariden spielt es auch eine wichtige Rolle, dass häufig Probleme bei der Verdauung von Monosacchariden auftreten. Viele Menschen denken dabei zunächst an eine Allergie. Dabei handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems gegenüber einem bestimmten Stoff. Eine Allergie gegen Monosaccharide ist jedoch bislang nicht bekannt. Allerdings leiden einige Menschen unter einer Intoleranz. Das bedeutet, dass der Körper die entsprechenden Stoffe nicht richtig verdauen kann. Das kann sehr schmerzhaft sein.

Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die Laktose-Intoleranz – auch wenn es sich bei der Laktose um ein Disaccharid handelt. Im Bereich der Monosaccharide bereitet die Fruktose manchmal Probleme. Insbesondere im Kindesalter sind Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall aufgrund einer Fruktose-Intoleranz recht häufig. Wenn dieser genetische Defekt auftritt, fällt die Beurteilung von Monosacchariden für die Ernährung ohne Zweifel negativ aus.

Video: Gruppen von Monosacchariden | Chemie | Organische Chemie

Beurteilung von Monosacchariden: Nur in geringem Maße für die Ernährung sinnvoll

Bei der Beurteilung von Monosacchariden ist zunächst ein positiver Effekt zu beobachten: Sie spenden schnell Energie. Das kann sich in Situationen mit einem sehr niedrigen Blutzuckerspiegel als Vorteil erweisen. In anderen Fällen kann das jedoch zu Problemen führen. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel steigert die Fettproduktion und kann Diabetes mellitus verursachen. Das führt zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustands.

Die Beurteilung von Monosacchariden kommt daher zu dem Ergebnis, dass sie eine wichtige Rolle für die Ernährung spielen – solange sich der Konsum in engen Grenzen hält. Es ist zwar nicht notwendig, komplett auf diese Nahrungsmittel zu verzichten, doch sollten die Monosaccharide zusammen mit den Disacchariden maximal zehn Prozent des täglichen Energiebedarfs abdecken.

Die Grundlage der Ernährung sollten hingegen langkettige Polysaccharide darstellen. Es kommt hinzu, dass manche Menschen an einer Unverträglichkeit gegenüber manchen Monosacchariden leiden. In diesem Fall sollte ganz auf die entsprechenden Stoffe verzichtet werden.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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