Phoenix Rebe: Geschützte Rebsorte für kühle Regionen

Wie Phönix aus der Asche – diese Textzeile aus der Mythologie kennt sicherlich jeder. Phönix erstand neu auf und wurde aufgrund dieser Tatsache Namensgeber für eine Rebsorte in Deutschland.

Dabei handelt es sich um eine Neuzüchtung, die aus der Kreuzung zweier bekannter und beliebter Rebsorten hervorging und seit 1992 in die Liste für Sortenschutz eingetragen ist. Die Sorte zeichnet sich durch ihren robusten Wuchs und die geringen Ansprüche aus, die an Boden und Pflege gestellt werden.

Erfolgreicher Wein aus Deutschland

Viele Menschen denken bei der Bezeichnung Phoenix zuerst an Reisen, Amerika und hier insbesondere an Arizona. Doch mit dem Bundesstaat Arizona hat die Rebsorte Phoenix nichts zu tun, auch Amerika könnte bezogen auf diesen Weisswein nicht weiter entfernt sein. Generell lässt sich dieser Wein nicht mit den amerikanischen Weinen vergleichen.

Der Weisswein wurde durch das Institut für Rebenzüchtung neu „entwickelt“ – der Geilweilerhof zeichnet somit verantwortlich für diese schmackhafte neue Sorte. Professor Gerhardt Allewelt kreuzte vor vielen Jahren Bacchus und Villard Blanc und zog daraus eine Rebe, die nach dem Vogel der Mythologie benannt wurde.

Im Jahr 1992 wurde der Phoenix-Rebe der Sortenschutz zugestanden und seit der Gebietszulassung zwei Jahre später kann diese Sorte überall in Deutschland angebaut werden. Eine allzu weite Verbreitung hat die Rebsorte bisher aber nicht erfahren, obwohl sie einige sehr gute Eigenschaften aufweist, die sie zum Anbau in kühleren Gebieten prädestiniert.

Verbreitung in Deutschland

In Deutschland gibt es rund vierzig Hektar, auf denen die Phoenix-Rebe wächst. Die Hälfte dieser Anbaufläche befindet sich in Rheinhessen, somit liegt hier das Hauptanbaugebiet. An der Nahe gibt es einen weiteren großen Bestand, der sich über zehn Hektar erstreckt. Die restliche Fläche befindet sich in der Pfalz. Natürlich gibt es die Phoenix-Rebe auch in den übrigen deutschen Weinanbaugebieten, ihr Anteil an der gesamten Anpflanzung ist hier allerdings eher gering.

Inzwischen wächst Phoenix auch in der Schweiz und in Großbritannien, in Österreich, Schweden und Dänemark.

In den bekannten Weinanbaugebieten in Spanien oder Italien hingegen ist die Rebe nicht zu finden. Wer auf seinen Reisen eine Weinverkostung vornehmen will und diese Sorte probieren möchte, muss sich also in die eher kühleren Gebiete Europas begeben.

In den Hausgärten ist die Sorte zwar inzwischen auch zu finden, doch eine wirklich massenhafte Verbreitung konnte sie auch hier nicht erfahren. Sicherlich liegt das zum Teil an dem noch geringen Bekanntheitsgrad im Vergleich zu vielen anderen, längst etablierten Sorten.

Die guten Eigenschaften der Rebsorte Phoenix

Die Beeren der Phoenix Traube enthalten nur wenige Kerne, die darüber hinaus noch sehr weich sind – ein Plus für alle Genießer, die die Kerne so rein gar nicht mögen. (#01)

Die Beeren der Phoenix Traube enthalten nur wenige Kerne, die darüber hinaus noch sehr weich sind – ein Plus für alle Genießer, die die Kerne so rein gar nicht mögen. (#01)

Die Phoenix-Rebe bietet einige sehr gute Eigenschaften, die der Grund dafür sind, dass die Sorte in kurzer Zeit recht beliebt geworden ist. Die Rebsorte ist mittelfrühreif und zeichnet sich durch die besondere Widerstandsfähigkeit gegen Mehltau aus, eine Pilzerkrankung, die bei Winzern sehr gefürchtet ist. Außerdem ist Phoenix sehr unempfindlich gegen Frost. Daher ist sie auch in den Hausgärten zu finden und wird oft als Tafeltraube bezeichnet.

Die Sorte ist auch mit schlechteren Böden zufrieden und stellt insgesamt recht wenige Ansprüche. Lediglich ein Plätzchen an einer Südost- oder Westwand möchte die Weinrebe haben. Sie wird als „verlässlicher Massenträger“ bezeichnet, denn sie ist sehr blühfest und gegenüber Witterungseinflüssen überaus robust. Sogar für einen freien Stand oder zur Begrünung einer Pergola kann die Rebsorte eingesetzt werden. Im Herbst eignet sich das Laub wunderbar zur Dekoration, denn die Blätter färben sich in einem hübschen Gelbton.

Natürlich hat die Sorte auch geschmacklich etwas zu bieten, denn eine alleinige Resistenz gegen Frost und Echten sowie Falschen Mehltau macht noch keinen guten Wein. Vielmehr ist es das Aroma des Weißweins, das ein wenig an Holunderblüten und Muskat erinnert und welches Kennern guter Weine so gefällt. Die Säure ist nicht zu stark, der Weißwein selbst wird als frisch bezeichnet. Insgesamt beschreiben Weinkenner die Weine aus der Phoenix-Rebe als vollmundig und kräftig.

Besonderheiten der Rebsorte Phoenix

Neben den geringen Ansprüchen und der Resistenz gegen vielfältige Einflüsse, die anderen Rebsorten schnell zu schaffen machen, bietet die Phoenix-Rebe einige Eigenschaften, die durchaus als Besonderheit gelten. So beschäftigen sich zahlreiche Dokumentationen damit, dass diese Sorte geschützt ist – die Weitervermehrung ist daher strengstens untersagt!

Schon im zweiten bis dritten Jahr nach der Anpflanzung zeigen sich große Trauben von bis zu 15 cm Länge. Die Erträge sind sehr hoch, was beim Anbau an einem Spalier durchaus rein gewichtstechnisch zu Problemen führen kann und vor der Anpflanzung beachtet werden sollte. Die Beeren enthalten nur wenige Kerne, die darüber hinaus noch sehr weich sind – ein Plus für alle Genießer, die die Kerne so rein gar nicht mögen.

Wie wird die Phoenix-Traube gepflegt?

Im Herbst werden radikal alle Seitentriebe der Reben zurückgeschnitten, wobei die letzte Knospe stehen bleibt. Sie befindet sich am einjährigen Holz. Wichtig: Vor dem Zurückschneiden muss das gesamte Laub abgefallen sein, ansonsten verblutet die Pflanze regelrecht. Im nächsten Frühjahr wachsen die Trauben aus dem verbliebenen Trieb.

Natürlich ist es möglich, den Rückschnitt nicht durchzuführen – eine solche Nachlässigkeit wird aber damit „belohnt“, dass keine Früchte mehr angesetzt werden.

Wenn Haupttriebe schlecht wachsen und keine neuen Früchte mehr ansetzen, ist Geduld gefragt. An geeigneter Stelle wird wieder ein junger Trieb sprießen und der kann dann dorthin gezogen werden, wo der alte Trieb nicht mehr wächst.
Im Laufe der Sommermonate, wenn die Früchte schon angesetzt sind, schießen die Triebe lang aus. Diese können nach der letzten Frucht einfach abgeschnitten werden. Wenn die Äste kurz gehalten werden, sind die Erträge umso höher! Außerdem ist der Weinstock durch kurze Äste besser vor Stürmen geschützt.

Wenn die Triebe einen bestimmten Weg entlangranken sollen, müssen sie mit Draht gebunden werden. Dieser darf aber nicht zu fest sein, ansonsten schnürt er den Trieb ein. Wer den Weinstock jedoch nur als Dekoration haben möchte, kann ihn auch wild wachsen lassen, braucht ihm weder Form noch Schnitt zu geben.

In den ersten Jahren nach dem Anbau ist es ratsam, eine Kletterhilfe aufzustellen, wie sie oft in Dokumentationen zum Gartenbau zu sehen ist. Außerdem dürfen die Triebe in den ersten drei Jahren nicht zu weit aus dem Hauptstamm schießen. Damit dieser möglichst kräftig wird, sollten die Früchte, die vielleicht schon im zweiten Jahr zum Vorschein kommen, abgeknipst werden. Der Weinstock hat Vorrang vor der Ernte!


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: karandaev – #01: Muhammad Usman Qamar



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